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Juli
20.09.2024

© Amélie Siegmund

Manche Bands sind wie Zeitmaschinen, deren Lieder ihre Fans in Sekundenbruchteilen an die verschiedensten Orte, in längst vergessene Gefühle und Tage zurückversetzen, während man doch gleichzeitig fest im Jetzt verwurzelt ist. Ein Time Warp, auf den Juli seit Mitte der 2000er eine ganze Generation von Hörer:innen mit Hymnen wie „Perfekte Welle“ oder „Geile Zeit“ mitgenommen haben. Mehr als neun Jahre nach dem Release des letzten Studioalbums hat das Deutschpop-Quintett nun wieder seinen kollektiven Flux-Generator angeworfen, um mit „Der Sommer ist vorbei“ einen neuen Longplayer vorzulegen.

Mit ihrer 2004 veröffentlichten Debütsingle „Perfekte Welle“ enterten Juli die deutschen Singlecharts und konnten wenig später ihre erste goldene Schallplatte in Empfang nehmen. Ein Einstiegserfolg, an den die Formation mit mehr als 1,5 Millionen verkauften Einheiten ihrer mit Gold und Platin ausgezeichneten Alben anknüpfte und momentan fast eine Million monatliche Spotify-Hörer:innen begeistert. Obwohl mittlerweile fast zwei Jahrzehnte seit der Veröffentlichung ihrer ersten Single vergangen sind, lassen sich Juli-Songs immer noch sofort an den ersten gespielten Noten erkennen: Geblieben ist die euphorische Bittersweetness, die vertraute Nostalgieverliebtheit und die unerschöpfliche Energie, mit der Sängerin Eva Briegel, die Gitarristen Simon Triebel und Jonas Pfetzing, Bassist Andreas Herde sowie Drummer Marcel Römer ihr Publikum mitreißen.

Schon 2016 wurden erste Ideen zu „Der Sommer ist vorbei“ ausgetauscht, bevor Juli Anfang 2019 mit der Vorabsingle „Fahrrad“ das erste neue Lebenszeichen veröffentlichten. Gemeinsam mit dem schwedischen Producer und zweifachen Grammy-Gewinner Michael Ilbert (Taylor Swift, Adele) zog sich die Band im Sommer 2021 in die Berliner Hansa Studios zurück, in denen im Jahr 2003 schon die ersten Demos der Band entstanden. „Vom Fenster aus konnte man den Potsdamer Platz sehen, der wie eine unwirkliche Mondlandschaft erschien“, so Sängerin Eva. „Plötzlich hatte ich wieder all diese Jugenderinnerungen aus dem Studio vor Augen. Diese Geschichten haben sich beim Schreiben wie ein Doppelbild über die Realität gelegt und die neuen Songs beeinflusst. Wie damals mit 19 hatte ich wieder dieses Gefühl des Rumtreibens. Dieses Feeling ist auch auf der Platte zu spüren. Und genau wie damals haben wir wieder als Band in einem Raum gesessen beim Schreiben, statt jeder für sich zu arbeiten und uns die Stücke wochenlang hin und her zu mailen. Dieser neuentdeckte Gemeinschaftssinn war ein echter Beschleuniger für das Album.“

Ein maximales Wir-Gefühl, aus dem mit „Fette wilde Jahre“ und „Gehen oder bleiben“ die nächsten Outtakes hervorgingen, mit denen Juli das große Thema von „Der Sommer ist vorbei“ vorwegnahmen: Veränderung, Umbruch und Abschied. Von Menschen, Orten, Emotionen, Lebensentwürfen. Den ständigen Kreislauf aus Ende und Neubeginn, der bei Juli seit jeher irgendwie zwischen den Zeilen mitschwingt. „Es liegt auch eine gewisse Schönheit in dem Gedanken, dass alles vergänglich ist“, ergänzt Eva. „Ich habe früh gemerkt, dass nichts so bleibt, wie es mal war. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Mittlerweile habe ich gelernt, diese Ambivalenz zu akzeptieren und Musik daraus zu machen“, wie Juli auch mit der nachdenklichen Ballade „Alles geht weiter“ demonstrieren; vielleicht der Kernbotschaft des Albums: Der Erkenntnis, dass sich der Globus weiterdreht, während die eigene Welt in Scherben liegt. 

Auf „Der Sommer ist vorbei“ verbinden Juli eine opulente Breitwand-Produktion mit einer melancholischen Indie-Pop-Intimität, symphonische Streicher mit noisiger Shoegaze-Verspieltheit, Arena-Rock-Catchyness mit einer Weltschmerz-geschwängerten Schwere. Selbst nachzuhören auf dem bombastisch-treibenden Ohrwurm „Irgendwann“ oder dem hymnischen „Traurige Lieder“, mit dem Juli den wohl bittersüßesten Festival-Singalong des Jahres am Start haben. „Als erklärte Grunge-Kids der `90er hat man manchmal den Eindruck, dass im Mainstream-Radio hauptsächlich happy Uptempo-Songs gespielt werden“, sagt Simon völlig unironisch. „Der Song ist eine Verbeugung vor der Melancholie und ein kleiner Gruß an alle Menschen, die diesem Gefühl ebenfalls nicht ganz abgeneigt sind.“

Nach dem introspektiven „Vier Wände“ und dem schwebenden TripHop-Exkurs „Wolke“ besinnen sich Juli auf „Die besten Dinge“ und beenden das Album schließlich mit dem berührenden Uneasy Listening-Stück „In unseren Händen“ - zwei Songs, die eng mit der Bandhistorie verknüpft sind, wie Eva berichtet. „Es geht um uns als Gruppe und um die Menschen, die in ihrem Orbit um uns herum sind. Die Lieder spiegeln eine gewisse Verwunderung und gleichzeitig eine Dankbarkeit wider, nach so langer Zeit noch zusammen zu sein. Einerseits ist es schon krass, dass wir es geschafft haben, unser halbes Leben miteinander zu verbringen. Juli war schon immer eine gelebte Banddemokratie; nicht aus Prinzip, sondern weil wir fünf gleich starke Individuen sind, die eine gleichberechtigte Meinung haben. Das kann manchmal sehr anstrengend sein, dafür ist es in jedem Augenblick echt. Ich denke, das spürt man.“

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Datum / Beginn Location Ort     Stamp
2024-09-20Fr 20.09.2024 20.00 Uhr ASTRA Kulturhaus Berlin   Tickets ab 46,45 €
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Juli|2024-09-20|20:00:00

Die angegebenen Preise sind Kartenendpreise inkl. gesetzl. MwSt., inkl. Vorverkaufsgebühr, ggf. Bearbeitungsgebühr, bzw. Ticketsystemgebühr zzgl. Versandkosten.


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